Grand Prix suisse de littérature 2025 à Fleur Jaeggy. Prix spécial de médiation 2025 à l’association Sofalesungen / Lectures Canap / Letture sul sofà

Prix suisses de littérature à Fabio Andina, Romain Buffat, Eva Maria Leuenberger, Laura Leupi, Catherine Lovey, Nadine Olonetzky und Béla Rothenbühler

Das BAK vergibt jedes Jahr die Schweizer Literaturpreise. Der Grand Prix Literatur zeichnet das Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors aus. Er wird 2025 an Fleur Jaeggy verliehen. Der Spezialpreis Vermittlung wird im Wechsel mit dem Spezialpreis Übersetzung alle zwei Jahre vergeben. Er geht dieses Jahr an den Verein Sofalesungen. Zusätzlich zu diesen mit je 40 000 Franken dotierten Auszeichnungen werden jährlich mit 25 000 Franken dotierte Preise für im vergangenen Jahr erschienene Einzelwerke ausgeschrieben.
2025 werden Werke von Fabio Andina, Romain Buffat, Laura Leupi, Catherine Lovey, Nadine Olonetzky und Béla Rothenbühler ausgezeichnet. Die Verleihung der Schweizer Literaturpreise findet am Freitag, 30. Mai 2025, im Rahmen der Solothurner Literaturtage statt.

Schweizer Grand Prix Literatur 2025 an Fleur Jaeggy

Die Schweizer Schriftstellerin Fleur Jaeggy wurde 1940 in Zürich geboren. Sie schreibt hauptsächlich auf Italienisch. Nachdem sie ihre Schulzeit in verschiedenen Schweizer Internaten verbracht hatte, liess sie sich in Rom nieder, wo sie mit Ingeborg Bachmann befreundet war. Seit 1968 lebt Jaeggy in Mailand und arbeitet mit dem Verlag Adelphi zusammen.

Fleur Jaeggy ist bekannt für den knappen Stil ihrer Prosa, in der jedes Wort mit chirurgischer Präzision ausgewählt ist. Ihre kurzen, scharfen Sätze sind geprägt von grosser emotionaler Intensität. Mit fast schon klinischer Kälte verarbeitet sie düstere Themen und lässt ein Unbehagen entstehen, das uns packt und erschüttert. In ihren Erzählungen befasst sie sich mit Einsamkeit, Entfremdung und dem Gefühl, von der Welt verlassen zu sein. Ihre Protagonistinnen und Protagonisten befinden sich in Situationen der psychischen und gesellschaftlichen Isolation.

Fleur Jaeggys Bücher wurden bisher in 18 Sprachen übersetzt. Sie ist insbesondere in Europa und in den Vereinigten Staaten bekannt. 2024 begann der Suhrkamp Verlag eine Gesamtausgabe ihres Werks. Die deutsche Übersetzerin ist Barbara Schaden. 2024 wurde Fleur Jaeggy mit dem Gottfried Keller-Preis ausgezeichnet.

Der Spezialpreis Vermittlung 2025 geht an den Verein Sofalesungen / Lectures Canap / Letture sul sofà

Seit zehn Jahren verwandeln Sofalesungen / Lectures Canap / Letture sul sofà private Wohnzimmer in öffentliche Literatursalons und bringen die Literatur zu den Menschen. Im Rahmen eines sorgfältig kuratierten mehrsprachigen Programms besuchen Autorinnen und Autoren mit ihren Moderatorinnen und Moderatoren die Quartiere und lassen einzigartige Begegnungen entstehen. Die Gastgeberinnen und Gastgeber öffnen ihre Türen und Wohnzimmer, schaffen eine angenehme Umgebung für den Austausch, laden die Nachbarschaft und die Öffentlichkeit ein und werden so zu Literaturvermittlerinnen und ‑vermittlern. Der innovative Ansatz, der sich durch Vielfalt der Genres – Prosa, Lyrik, Spoken Word – und Niederschwelligkeit auszeichnet, ermöglicht ausserhalb der gängigen Räume literarische Entdeckungen für alle, sei es erfahrenes oder neues Publikum.

Die von einem gemeinnützigen Verein getragene Initiative deckt die ganze Schweiz ab und fördert den interkulturellen Austausch und neue literarische Stimmen. Aufstrebende und anerkannte Schreibende erhalten eine professionelle Plattform sowie eine angemessene Entlöhnung und gleichzeitig wird die Lesekultur in der Gesellschaft gestärkt. Sofalesungen stehen damit für ein innovatives Modell der Literaturvermittlung. Diese engagierte und nachhaltige Arbeit am Schnittpunkt von Kunst und Alltag wird mit einem Spezialpreis Vermittlung gewürdigt.

Schweizer Literaturpreise

Neben dem Schweizer Grand Prix Literatur und dem Spezialpreis Vermittlung hat die Eidgenössische Jury für Literatur die folgenden im vergangenen Jahr erschienenen Werke mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet:

  • Fabio Andina (*1972, lebt in Viganello), Sedici mesi, Rubbettino Editore
  • Romain Buffat (*1989, lebt in Lausanne), Grande-Fin, Double ligne
  • Eva Maria Leuenberger (*1991, lebt in Biel), die spinne, Literaturverlag Droschl
  • Laura Leupi (*1996, lebt in Zürich), Das Alphabet der sexualisierten Gewalt, März Verlag
  • Catherine Lovey (*1967, lebt in Corsier), histoire de l’homme qui ne voulait pas mourir, Éditions Zoé
  • Nadine Olonetzky (*1962, lebt in Zürich), Wo geht das Licht hin, wenn der Tag vergangen ist, S. Fischer Verlag
  • Béla Rothenbühler (*1990, lebt in Luzern), Polifon Pervers, Der gesunde Menschenversand