Zu dritt

Von: Ruth Wittig

Martina, aus Deutschland nach Fribourg gezogen, scheitert im Versuch, ihre Freundschaft zu Philipp und ihre Ehe mit Radwan zu bewahren. Ihre Grossmutter Hanna ist in ihrem Haushalt in Mainz neben Mutter und Ehemann Viktor verkümmert, und dieser erlebt nach ihrem Tod ein spätes erotisches Glück dank seiner polnischen Pflegerin Henryka, die mit ihrem Freund Ingo auslebt, was der 90-Jährige nur phantasieren kann. In einer unverwechselbar eigenen Mischung aus Ironie und Empathie verfolgt der Roman mit den Nöten und Freuden der drei Figuren eine Familiengeschichte mehrerer Generationen in der deutschen Nachkriegsgeschichte und in der schweizerischen Gegenwart. (Daniel Rothenbühler in Viceversa 14, 2020)

Warum verstricken sich Menschen in Dreiecksbeziehungen? Ist es die Sehnsucht nach Stabilität, Vollständigkeit, vielleicht auch nach Gerechtigkeit? Die junge Martina, nach dem Studium in die Schweiz gezogen, möchte ihre Leidenschaft für Radwan mit ihrem früheren Geliebten Philipp teilen. Hanna, die nach Flucht und Vertreibung ins Eheleben springt, nimmt ihre Mutter in den gemeinsamen Haushalt auf, ohne zu ahnen, dass die Ménage-à-trois ihr Eigenleben abklemmen wird. Und in seinem Vororthaus in Mainz legt der fast 90-jährige Viktor seinen ganzen Einfallsreichtum an den Tag, um die Liebesgefühle der polnischen Pflegerin zu einem Nachbarn auf sich selbst zu lenken und der Dritte im Bunde zu werden. Feinfühlend und scharfsinnig erzählt Ruth Wittig drei Lebensgeschichten, in denen sich Dreiecksverhältnisse als trügerisch und Entscheidungen als Scheinfreiheiten erweisen. Zu dritt ist ein vielschichtiger und raffiniert komponierter Roman, der sich auf den zweiten Blick als Generationengeschichte enthüllt. (Buchpräsentation Edition Bücherlese)