Wurzelstudien

Von: Anna Ospelt

Anna Ospelts Prosabuch Wurzelstudien zeigt, wie ein Roman entstehen könnte. Eine Autorin findet vier Mappen mit Notizen einer unbekannten Person. Diese verborgene Erzählerin dokumentiert darin ihre Studien über Bäume, Wurzeln, Geflechte und den Verleger Henry Goverts. Sie macht sich kurze Notizen, zitiert Bücher und illustriert das Festgehaltene mit Fotografien, die ebenso seltsam wie schön sind. Abschliessend skizziert sie eine Handlung, die aus diesen Studien hervorgehen könnte. Anna Ospelts Debüt ist eine fragile Sammlung von Empfindungen, Erinnerungen und Beobachtungen, die poetische Gestalt annehmen und sich gleich wieder auflösen. (bm)

mit vierzig Fotografien

Beim Elternhaus Anna Ospelts steht ein Baum, auf den früher der Verleger Henry Goverts geblickt hat, als Vorbesitzer des Hauses. Über den Baum stellt Anna Ospelt eine Verbindung zum Verleger her und sucht nach diesem ihrem Wahlverwandten. Dann erforscht sie in der stillgelegten Gerberei des Grossvaters familiäre Gerbungen und im botanischen Garten die Wurzeln der Pflanzen, um schliesslich ein Rhizom zu finden. Zwischen Natur- und Selbstbetrachtung, zwischen literarischer und botanischer Recherche sammelt Anna Ospelt alles, was ihr begegnet, was die Freundin erzählt und die Dentalassistentin, der Gärtner oder die Botanikprofessorin erklären, bis sie sich selbst in einen Efeu verwandelt. Spielerisch und anmutig führen die «Wurzelstudien» vor, wie der Mensch sich die Welt anverwandelt zu einer Identität, deren Glück nicht die Wurzeln sind, sondern ein schwebendes Verflochtensein mit dieser Welt. «Ein Text, der mit seiner wunderbar bildhaften, subtil ironischen Sprache die gemeinhin für selbstverständlich gehaltenen Grössen Herkunft und Abstammung in eine lyrische Schwebe versetzt.» (Antje Ravik Strubel) (Buchpräsentation Limmat Verlag)

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