Wo geht das Licht hin, wenn der Tag vergangen ist

Von: Nadine Olonetzky

Nadine Olonetzky rekonstruiert in Wo geht das Licht hin, wenn der Tag vergangen ist die verdrängte Familiengeschichte ihres jüdischen Vaters. Sie entdeckt, dass er und seine Geschwister über 20 Jahre um Entschädigung für NS-Unrecht kämpften – ein zermürbender Prozess voller bürokratischer Hürden. Olonetzky litt in ihrer Jugend unter dem Schweigen des Vaters, doch ihre Spurensuche bringt ihr Trost. Das Buch verknüpft persönliche Erinnerungen mit historischer Aufarbeitung und schlägt eine Brücke zur Gegenwart, indem es die Nachwirkungen der Schoah sowie aktuelle Fluchtbewegungen reflektiert. (phr)

Die Familie ihrer Mutter hinterlässt Erinnerungen, Erbstücke und Geschichten. Von der jüdischen Familie des Vaters bleibt lediglich ein kleines Foto. Nur ein einziges Mal erzählt ihr der Vater von dem, was während der Shoah mit ihm und seiner Familie geschehen ist. Da ist sie fünfzehn, und ihr Vater mittlerweile Grafiker und Amateurfotograf, der alles festhalten muss, bevor es verschwindet. Jahrzehnte später stösst sie auf Berge von Akten und erfährt, was ihre Eltern so lange vor ihr geheim gehalten hatten. *Wo geht das Licht hin, wenn der Tag vergangen ist* erzählt unsentimental und poetisch davon, wie man Verlust nicht wiedergutmachen, aber behutsam sichtbar machen kann. (S. Fischer Verlag)

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