Wild wie die Wellen des Meeres

Von: Anna Stern

Die junge Ornithologin Ava Garcia fährt für ein Praktikum in den Nordwesten Schottlands. Ihre Reise ist zugleich auch eine Flucht. Sie sucht Distanz zu ihrem Geliebten Paul und zu ihrer eigenen Geschichte. Anna Stern erzählt vom Angelpunkt dieser Abreise aus in zwei Richtungen, zum einen vorwärts in die offene Zukunft, zum anderen zurück in die traumatische Kindheit. Ava findet sich in ihren komplizierten Erinnerungen nicht zurecht. Sah sie wirklich, was sie zu wissen glaubt? Diese Frage umkreist der Roman in einer Sprache, die selbst zur Sprachlosigkeit neigt und so die komplizierte Persönlichkeit Avas auf behutsame Weise aufhebt. (Beat Mazenauer in Viceversa 14, 2020)

Mal rückwärts, mal vorwärts und voll lyrischer Lakonie erzählt Anna Stern in ihrem dritten Roman die Geschichte eines jungen Paares von ihrem vermeintlichen Ende hin zu ihren Anfängen. Sie legt damit einen beeindruckenden Text über den Umgang mit Trauer, die Unausweichlichkeit der Vergangenheit und die trügerische Authentizität von Erinnerungen vor. Im Zentrum des Romans steht Ava, die der Enge der Beziehung mit Paul und der Kleinstadt, in der sie lebt, entfliehen möchte. Sie macht sich auf den Weg in die schottischen Highlands, um dort ein Praktikum auf einer Feldstation in einem Biosphärenreservat zu absolvieren. Während Ava in der Natur zu sich findet und ihre Vergangenheit hinter sich lassen will, bleibt Paul zurück in Rorschach und kämpft um ihre Liebe und eine gemeinsame Zukunft. Paul und Ava sind den Leserinnen und Lesern aus Anna Sterns *Der Gutachter *bekannt, auch treten Charaktere aus *Schneestill* auf sowie aus Erzählungen von Stern. *Wild wie die Wellen des Meeres* erschliesst sich ohne Vorkenntnisse aber genauso. (Buchpräsentation Salis Verlag)

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