Wie wir gehen
Von: Andreas Neeser
- Haymon, Innsbruck, 2020
Im Zentrum von Andreas Neesers Roman Wie wir gehen steht eine Vater-Tochter-Beziehung. Die Übersetzerin Mona lebt nach der Trennung von ihrem Mann allein mit ihrer Tochter. Nach einer ersten Umarmung ihres Vaters Johannes an dessen 83. Geburtstag versucht Mona, sich dessen von Schicksalsschlägen gezeichneten Lebensgeschichte anzunähern und ihre Beziehung zueinander aufzuarbeiten. Sie bittet ihn, seine Geschichte auf ein Diktiergerät zu sprechen und antwortet ihm fortan auf eben dieses – ohne die Absicht, ihm ihre Antworten zu übermitteln. Indem Neeser den Handlungsbogen über vier Generationen spannt und die Erzählperspektive geschickt variiert, entsteht eine vielschichtige Familienerzählung über Distanz und Nähe, Ablösung und Zuwendung. (fb)