Wie wir älter werden

Von: Ruth Schweikert

Ruth Schweikert, geboren 1964 in Lörrach und in der Schweiz aufgewachsen, gehört zu den bekanntesten AutorInnen ihrer Generation, obwohl sie seit ihrem ersten vielbeachteten Erzählungsband Erdnüsse. Totschlagen, erschienen 1994, nur – in Anführungszeichen – drei Romane veröffentlicht hat. Der letzte, Wie wir älter werden, kam im Frühjahr 2015 im S. Fischer Verlag Frankfurt heraus. Und das Warten hat sich gelohnt. Ruth Schweikert gelingt es mit diesem Roman, der die Geschichte zweier Familien erzählt, die auf nicht alltägliche Weise miteinander verknüpft sind, unser Interesse für jede einzelne der Figuren zu wecken, und sie lässt uns teilnehmen an einer familiären Konstellation, die vielen von uns weniger vertraut sein dürfte. Dass es sie gibt, klar, das wissen wir alle, aber darüber hinaus? Die Lektüre öffnet Räume, schärft den Blick. (lst)

Wie wir älter werden
Wie spät ist es? Es ist der 30\. Dezember 2013\. Draußen liegt Schnee. Drinnen bereitet der 87-jährige Jacques wie jeden Tag das Mittagessen für sich und seine Frau Friederike vor. Neun Jahre lang lebte er zwischendurch mit Helena zusammen, seiner Jugendliebe; dann kehrte er in seine Ehe zurück. Jacques und Friederike, Helena und ihr Mann Emil sind untrennbar miteinander verbunden durch den Pakt des Schweigens, den sie Mitte der Sechzigerjahre geschlossen haben.  Auch im Leben ihrer Kinder und Enkel gibt es immer wieder Abschiede und Aufbrüche; Kathrin und Iris sind längst erwachsen, aber weiterhin geprägt von dem, was sie als Kinder erfahren und wahrgenommen haben. In wechselnden Perspektiven umkreist _Wie wir älter werden_ die Geschichten mehrerer Genarationen, die vom zweiten Weltkrieg bis in die unmittelbare Gegenwart reichen, und geht dabei der Frage nach, wie unser Blick sich im Laufe des Lebens verändert. Ein Familienroman über das Vergehen der Zeit, über Liebe und Verrat, Tod und Gewalt, fulminant und leidenschaftlich erzählt. (S. Fischer Verlag)

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