Wie der Hase läuft

Von: Rebekka Salm

Leerstellen in der Familiengeschichte von Teresa und Mirco, einem Liebespaar, bilden den Ausgangspunkt des zweihundertseitigen, kraftvollen zweiten Romans von Rebekka Salm. Während Mirco die Fragen nach jenen Lücken lieber verdrängt, geht Teresa diesen eifrig nach und stösst dabei auf einige Verstrickungen zwischen ihrer und Mircos Familie. Raffiniert und mit dramaturgischem Geschick werden Zusammenhänge hergestellt, wo man sie zunächst gar nicht vermutet und wo sie manchmal auch verblüffen. Heikle Geschehnisse wurden von Familienmitgliedern über Jahrzehnte stillgeschwiegen und kommen nun in diesem klugen, geschichtenreichen, manchmal auch traurig anmutenden Roman ans Licht. Wie der Hase läuft zeigt uns, dass jede Generation eine neue Chance erhält, eine bessere (Familien-)Geschichte zur schreiben. (lc)

Amsterdam, 1943: In einer Bäckerei fällt ein Schuss, hinter dem Tresen stirbt ein junger Mann. Seine Witwe, fast noch ein Kind, flieht in die Schweiz. Fünfzig Jahre später verlässt im Basler Hinterland ein Familienvater Frau und Kind, in der gleichen Nacht liegt eine Frau zwischen zwei Dörfern tot am Strassenrand. Jahrzehnte später begegnen Teresa und Mirco einander. Sie verlieben sich und versuchen sich an ihre Kindheit zu erinnern, die geprägt war von Verlust und Schweigen. Mirco hat Angst, dass die Vergangenheit sich wiederholt, wenn man sie nicht ruhen lässt. Aber Teresa begibt sich auf Spurensuche und erschafft Stück für Stück ihre gemeinsame Geschichte. In ihrem neuen Roman entfaltet Rebekka Salm ein Panoptikum aus Geschichten und Erinnerungen zweier Familien, die sich nicht erinnern wollen – und die doch, ob’s ihnen gefällt oder nicht, Teil einer grossen Erzählung sind. (Knapp Verlag)

Mehr zu «Wie der Hase läuft»