Waldleute

Von: Eleonore Frey

Eine Gruppe von Menschen geht zusammen in den Wald, um zu sterben. Im Wald verlieren die «Waldleute» ihre Namen, ihre Individualität und werden zu einem Kollektiv. Geführt von einem Waldhüter dringen sie immer tiefer in den Wald ein – einige bleiben dort für immer. Eleonore Frey präsentiert in ihrem neusten Buch ein überraschendes Setting: der Wald als ausgedehnte Metapher für den Tod. Ohne Berührungsängste erzählt sie von den sterbenden Menschen. Die Erzählung bleibt jedoch allzu statisch, sie geht das das Thema zu distanziert an und vermag so keinen Sog zu entwickeln. (mk)

Ein Gruppe alter Frauen und Männer geht in den Wald, den Tod zu suchen. Mit dem Eintritt in den Wald verlieren sie ihre Namen, aber nicht ihre Geschichte. Eleonore Frey erzählt von der Frau mit dem Kopftuch in den Herbstfarben der Wälder ihrer Heimat, von dem Blinden, der die Stille hört, dem Wiedergänger, der zum zweiten Mal auf dem Weg in den Wald ist, von der Frau mit dem weißen Schopf und der Märchenfrau, die dem Kind, das sie im Wald finden, sagt: «Du wirst dein Leben lang erinnern müssen, was du gelebt hast. Je älter du wirst, desto mehr. Ich will bei euch bleiben, sagte das Kind, und wenn ihr alle gestorben seid, bin ich groß und gehe rund um die Welt.» Mit Eleonora Freys Prosa gehen wir immer tiefer in diesen Wald, der uns an unser Leben erinnert und doch mit jedem Schritt unvertrauter wird, traumhaft wahr und betörend schön. (Buchpräsentation Engeler)

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