Vrenelis Gärtli

Von: Tim Krohn

Quatemberkinder leben in zwei Welten. Sie sind Menschen, zugleich pflegen sie Umgang mit Geistern und Teufeln aller Art. Melk ist ein solches Quatemberkind. Das Zaubern freilich will ihm nicht so recht gelingen, weil es so „usinnig verstuunet“ (ganz verträumt) ist. Vreneli aber hält seine schützende Hand über ihn.

1998 erzählte Tim Krohn im Roman „Quatemberkinder“ die Geschichte von Melk und wie er lange nicht begreifen wollte, dass das Vreneli ihn gern mochte. „Vrenelis Gärtli“ rückt nun seine Freundin in den Mittelpunkt. Im Unterschied zum stillen Melk ist Vreneli ein rechter Wildfang, das sich jeder sozialen Kontrolle entzieht. Seine Welt voll Magie neigt sich aber dem Ende zu. In dem Moment, wo Melk und Vreneli endlich zusammen finden, obsiegt der von Melk verkörperte Logos über den Mythos und und Vreneli verschwindet still aus dieser Welt.

Abermals verblüfft Tim Krohn mit seinem unnachahmlichen Mix aus deutscher Hochsprache und dem alpenländischen Dialekt des Kantons Glarus. Geschmeidig formt er die beiden Idiome zu einem zauberhaften Erzählstrom. Derart spiegelt sich in der Sprache selbst der Grundkonflikt zwischen Mythos und Moderne. Das nicht geringste Verdienst dabei ist, dass Krohn die Feinheit der Wortwahl auch erzählerisch in subtilen Zwischentönen aufhebt und so nicht selten wundersam komische Wirkung erzielt.

Vrenelis Gärtli

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