Vor aller Augen

Von: Martina Clavadetscher

Der Akt ist ein Herzstück in der Kunstgeschichte. Ein Künstler malt eine Frau und signiert mit seinem eigenen Namen. Unwichtig ist dabei, wer ihm Modell steht. Dieser Umstand hat Martina Clavadetscher angeregt, hinter die Fassade dieser Repräsentation des Weiblichen zu schauen. In 19 Kapiteln treten Frauen aus epochalen Werken der Kunstgeschichte von Leonardo da Vinci bis Hodler auf. Die Autorin lässt die Frauen aus eigener Perspektive davon erzählen, wie sie für die signierenden Künstler weit mehr waren als bloss Modell und Muse. Einfühlsam, leidenschaftlich und literarisch vielstimmig gibt ihnen Clavadetscher so ihre Stimme zurück. (bm)

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge, die Dame mit dem Hermelin, Frauen auf weltberühmten Gemälden von Leonardo da Vinci, Vermeer, Rembrandt, Courbet, Schiele, Munch. Wir sehen ihre Körper, ihre Blicke, ihre Kleidung, gebannt oder verbannt in einen ewigen Augenblick. Doch wer waren sie außerhalb dieses Moments? Martina Clavadetscher ist den Hinweisen ihres Lebens nachgegangen, lässt die Frauen erzählen und gibt ihnen so eine Stimme zurück. «Ohne diese Frauen gäbe es kein Staunen, kein Schauen – mehr noch, ohne diese Frauen wäre die Kunstgeschichte, so wie wir sie heute kennen, undenkbar. Diese Frauen waren immer auch Mitarbeiterinnen, Künstlerinnen, Unterstützerinnen, Auslöser, ein Spiegel der Zeit, Ikonen, Inspiration, Partnerinnen, Retterinnen.» (Martina Clavadetscher) (Unionsverlag)

Mehr zu «Vor aller Augen»

Mehr zu Martina Clavadetscher