Verzauberte Vorbestimmung

Von: Jonas Lüscher

Im Roman Verzauberte Vorbestimmung steigert der Autor Jonas Lüscher die literarische Unruhe gegenüber seinen bisher erschienenen Werken nochmals markant. Das Buch ist ein erzählerisches Panoptikum. Der Autor blickt zum einen, unter der Führung des Schriftstellers Peter Weiss, in die Vergangenheit der Weberaufstände und des ersten Weltkriegs zurück. Zum anderen zeichnet er eine Gegenwart, die futuristisch anmutet. Dreh- und Angelpunkt des Romans ist Lüschers schwere Corona-Erkrankung. Er überlebte nur dank einer «künstlichen Lunge». Diese verhängnisvolle Abhängigkeit des Menschen vom technischen Fortschritt, die Skepsis und Ängste nährt, verarbeitet er auf erzählerisch souveräne Weise. (bm)

Ein algerischer Soldat gerät in den ersten deutschen Giftgasangriff, beschließt, einer müsse damit aufhören, steht auf und geht. Im Kairo der Zukunft beobachtet eine Stand-up-Comedian eine Androidin beim Lachen über ihre Witze. Ein böhmischer Weber wird durch einen automatisierten Webstuhl ersetzt, raubt einen Hammer und attackiert den Apparat. Wovon träumen wir Menschen des Kapitalismus, wovon unsere sich zunehmend gegen uns erhebenden Maschinen? Im einzigartigen Spiegelraum dieses Romans ist kein Konflikt vorbei und noch jede Geschichte möglich. Klug und irrsinnig, komisch und scharf erzählt Jonas Lüscher auf der Höhe seiner Kunst. Hanser Verlag

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