Verso la ruggine
Von: Prisca Agustoni
- Interlinea, Novara, 2022
Verso la ruggine geht, wie Fabio Pusterla in seinem Vorwort erklärt, von der Erfahrung der Autorin aus, die in Brasilien eine Reihe von Umweltverbrechen durch multinationale Bergbaukonzerne miterlebte. Das Sterben des Watu-Flusses bildet den Rahmen für einen epischen Gesang, der in Fragmenten den Prozess einer regelrechten Selbstzerstörung der Menschheit beschreibt. Im zweiten Teil lässt die Dichterin mit ausdrucksstarkem lyrischem Impetus die Überlebenden sprechen. Ihre poetische Sprache bohrt sich in die Realität und zieht aus den Trümmern Worte, die ins kollektive Gedächtnis Gesichter, Stimmen, Blicke derjenigen einprägen, die trotz allem Widerstand leisten. Dank ihrer Arbeit mit Bildern und Metaphern, mit dem Klang der Verse, gelingt Prisca Agustoni das schwierige Unterfangen, die Leserinnen und Leser mit ihrem Mahngesang im Innersten zu treffen. (mf Übers. rg)