Vanité
Von: Reynald Freudiger
- L'Aire, Vevey, 2022
Reynalds Freudigers Roman Vanité trifft den richtigen Ton und überzeugt sowohl in der Konstruktion als auch in der Schreibweise: Mit Feingefühl zeichnet er Figuren, die einem ans Herz wachsen. Dabei weckt er eine aussergewöhnliche Empathie und wirft aktuelle Fragen der Ethik auf. Erzählend porträtiert er rund zehn Personen, die alle um eine einzige Frau namens Tangerina kreisen, und dies an einem Abend, bei der Eröffnung des Montreux Jazz Festival. So webt er ein Netz aus ebenso kompakten wie zerbrechlichen Existenzen, die frei schweben und sich doch miteinander verbinden, im Laufe jenes Abends aufeinanderprallen und sich gegenseitig erschüttern. (ab Übers. rg)