Uno per uno
Von: Tommaso Soldini
- Casagrande, Bellinzona, 2013
Nach einer experimentellen Reise durch die Genres (Lyrik, Erzählung) präsentiert Tommaso Soldini nun einen veritablen Roman, in zwei spiegelgleiche Teile geteilt und vielstimmig orchestriert nach den Wortmeldungen seiner zahlreichen Protagonisten. Ihrer mehr oder weniger bewussten Gewöhnung an das Unglück gelten die Kapitel des ersten Teils, während der zweite Teil ihr Haschen nach einem unwahrscheinlichen Glück verfolgt. Die grösste Originalität des Romans liegt in dem fast psychotherapeutischen Blick, den der Erzähler auf seine Figuren wirft. Er nimmt sich in einer Art «positiven Vernichtung» zurück und gibt ihrem Gefühlsleben eine Stimme, die eine ganze Palette an zeitgenössischer Trostlosigkeit auffächert. Ein anderer wichtiger Aspekt liegt in Sprache und Stil, die eine heutige Realität sozusagen in Direktaufnahme abbilden, ohne sie zu filtern. (fp, Übers. rg)