Ungerufen

Von: Rudolf Bussmann

Im Band Ungerufen versammelt Rudolf Bussmann an die hundert Gedichte, die in sechs Abteilungen eine breite Vielfalt an lyrischen Formen präsentieren. Der Autor lässt sich ganz auf Bilder ein, die ihm ungerufen begegnen. In der Stille erreicht ihn nur leise das Nachklingen des alltäglichen Lärmens. Gemeinsam ist diesen Gedichten eine poetische Beweglichkeit, die unterschwellig immer auch eine leise Melancholie verrät. Trotz und Demut heben sich gegenseitig auf. Der Autor hält sich, wie es einmal heisst, an all das, was ihm beim Anfassen zerfiel. (Beat Mazenauer in Viceversa 14, 2020)

mit Kohlezeichnungen von Stephanie Grob

Wer kennt sie nicht, die Momente im Leben, die uns das Gefühl geben, ungerufen zum Zeugen zu werden? Ein Wort, ein Ding, ein Schmerz verlangen ultimativ nach Aufmerksamkeit. Mit geschärften Sinnen und wachen Empfindungen gehen Rudolf Bussmanns neue Gedichte solchen Momenten nach und halten fest, was sich gleich wieder zu verflüchtigen droht. Sie entwickeln dabei eine suggestive Sprache, die stets ihrem Gegenstand nahe ist. Bald ist der Ton elegisch, bald nüchtern, einmal sind die Gedichte verspielt kolloquial, einmal streng komponiert. Auch wo Zweifel oder Ängste drohen, behalten sie eine entspannte Leichtigkeit und einen subtilen Humor. (Präsentation des Gedichtbands, Edition Bücherlese)