Und das ist alles genug
Von: Thilo Krause
- Poetenladen, Leipzig, 2012
Der Alltag bildet das Substrat für Thilo Krauses lyrische Wahrnehmung. Der absichtslos genaue Blick stösst auf unscheinbare Dinge am Wegrand, oder verfolgt die wegtauchenden Dörfer zwischen einsamen Bäumen am Horizont. Das Betrachtete verdichtet sich zu intensiven Bildern einer Landschaft, die durch die vier Jahreszeiten unberührt, zuweilen fast idyllisch wirkt. Nur zwischen den Zeilen gibt sie die Narben der Zivilisation preis. In unaufgeregtem, erzählendem Ton schweift dieser lyrische Blick immer wieder auch zum Haus des Grossvaters, der vor dem Krieg noch zwei Beine hatte. (bm)