Und dann verschwinden

Von: Monika Neun

In Monika Neuns Roman Und dann verschwinden blickt eine namenlose Erzählerin auf ihr bewegtes Leben zurück. Erst gegen Ende wird klar, dass sie schwer krank ist. Sie erinnert sich vor allem an die Zeit mit einem reichen jungen Mann in Italien, einem wortkargen Bohemien und Hasardeur, der ständig Zigarillos raucht. Gemeinsam rasen sie über die Landstrassen, feiern Partys mit Freunden, leben für den Moment. Irgendwann aber kehrt die Erzählerin zurück in ihre Heimat und wird Theaterregisseurin. Die Figuren, Räume und Dinge sind in Form von Fragmenten bündig beschrieben und atmosphärisch aufgeladen. Und dann verschwinden ist ein starkes Vermächtnis, ein Lebensschatz. (jpk)

Eine junge Frau zieht es in eine Stadt südlich der Alpen, sie will endlich existenzielle Erfahrungen machen. Sie mietet ein Zimmer, doch die Zeit in dem fremden Land vergeht, ohne dass etwas geschieht. Damit hatte sie nicht gerechnet. Einmal aber läuft ihr jemand über den Weg, ein seltsamer Typ, der Zigarillos raucht. Er bietet ihr an, bei ihm zu wohnen, in seiner riesigen Wohnung mit Klingelzug an der Badewanne und einem Klavier, auf dem schon Liszt gespielt hat. Sie zieht ein, sie belauern sich, und eines Abends steigen sie aufs Motorrad: Sie jagen durch die Nacht, berauscht vom Glück, am Leben zu sein wie nie zuvor. In Monika Neuns schön-traurigem Roman passieren die Dinge unvermutet; die Liebe, die Städte, die Wüste werden entdeckt. Genau wie das Theater, wo die junge Regisseurin antritt, «Drachen zu töten». Irgendwann kommt der Verlust hinzu, wenn man einen Namen sagt, wo niemand mehr ist, oder die hohle Zypresse aus dem Garten der Kindheit verschwindet. Unvergessliche Bilder und wiederkehrende Erinnerungen verflechten sich zu einem sprachlich dichten Lebensbuch, einem Schatz. (Atlantis Verlag)

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