Un Homme ébranlé

Von: Pascale Kramer

Nach L'Implacable brutalité du réveil (2009), für den sie zwei namhafte Preise erhielt (den Schiller- und den Rambert-Preis), fährt Pascale Kramer fort, nach der Widerstandskraft des Menschen gegenüber dem Schmerz und gegenüber der ins Leben hereinfallenden Tragödie zu fragen. Die Krankheit eines Mannes verursacht in diesem neuen Roman eine Erschütterung seines Umfelds, die zuerst still und langsam, dann aber immer zerstörerischer um sich greift. So könnte sich der Titel Un homme ébranlé (Ein zerrütteter Mensch ) auf Claude, den kranken Protagonisten, beziehen, aber ebenso gut auf alle anderen Familienmitglieder, angefangen bei seiner Frau Simone. Erzählt wird aus der Perspektive von Simone, die dem ungleichen Kampf ihres Gatten gegen den Körper und Seele zerfressenden Krebs beisteht. Der Krebs überwuchert den Körper, die Beziehungen, die Atmosphäre.
Dem nahenden Tod setzt die Autorin die Jungend eines elfjährigen Kindes entgegen, Claudes Sohn, der fern von ihm aufwuchs. Dieser Junge weckt ambivalente Gefühle in Simone. Die Autorin spricht über den Zusammenbruch von Simone, über die Zerfleischung aller, über das Leben, das ohne Abgesang zu Ende geht und dennoch Faustschläge in die Brust verpasst. (ev, Übersetzung von ja)

Un Homme ébranlé

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