Um die Dinge ganz zu lassen

Von: Thilo Krause

In seinem zweiten Gedichtband beweist Thilo Krause von neuem sein Faible für subtile Töne. Unaufgeregt und wachsam steckt er lyrisch das Feld zwischen finsterer Stimmung und hellem Pathos ab. Im Lauf der Jahreszeiten beweist der bescheidene Dichter sein Sensorium für die kleinen Dinge wie beispielsweise eine Käferlarve – ohne dabei in Eskapismus zu verfallen. Seine poetische Welt ist ein Sammelsurium an Begegnungen, Erfahrungen, Erinnerungen und Assoziationen. Ihr gemeinsamer Nenner ist die Gelassenheit, mit der der Dichter den Welten innen und aussen entgegentritt und sie in Verse fügt. (bm)

Um die Dinge ganz zu lassen
Alle Abende ballten sich in der Höhe Gewitter. Wäsche leuchtete aus den Gärten. Alle Abende saßen wir draußen unsere Gesichter winzig in den Rundungen der Gläser. Auf der alten Schaukel am Baum berührte ich Mit den Fersen den Tag, mit den Zehen die Nacht.

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