Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken

Von: Anaïs Meier

Anaïs Meier deckt das Bizarre im vermeintlich Alltäglichen auf und thematisiert vom schweizerischen Käsefetisch über Notfallverhütung bis hin zum Essiggurkenliebhaber alles, was Anlass zu skurriler Tragikomik bietet. Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken ist eine Sammlung von zwölf kurzen Geschichten, die als «durch und durch oberflächlich und erstweltverwahrlost betrachtet werden» dürfen. Bitterböse, schnell gelesen und damit doch eher Käsehäppchen als Fondue. (ts)

herausgegeben von Gastverlegerin Tabea Steiner

Brave Schweizer Bürgerinnen und Bürger spüren das Außerordentliche heftig in sich pochen. Es sind Menschen von gegenüber, Menschen aus dem Dorf, Menschen, die wir alle kennen, die hier portraitiert werden. Anaïs Meier wählt bewusst aus, guckt genau hin und schafft das Kunststück, Figuren zu zeichnen, die einem sofort bekannt vorkommen, ohne dass sie je einem Klischee entsprechen. Die weitgereisten Althippies, der Hipsterkoch und die Erfinderin der Crazy Ellipse – sie alle machen die Schweiz zu dem, was sie ist: ein Rencontrée der Sonderlinge. Keineswegs werden diese Figuren aber vorgeführt, vielmehr werden sie vor der Folie der Gegebenheiten gezeigt. Es geht also nicht darum, dass jemand ins Lächerliche gezogen wird, sondern vielmehr um eine hintersinnige Kritik an Systemen, am vermeintlich Unumstößlichen unserer Gegenwart. (Buchpräsentation Mikrotext)

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