Tutto ciò che siamo stati
Von: Olimpia De Girolamo
- Capelli, Mendrisio, 2022
Nach jahrelanger Abwesenheit kehrt Anna Di Gregorio nach Neapel zurück, um ihren Vater zu suchen, der zwei Monaten vorher von zu Hause verschwunden ist. Dabei sieht sie sich konfrontiert mit der Stadt, aber vor allem mit ihrer Vergangenheit, von der sie sich losgelöst glaubte. Auf der Suche nach dem Vater tauchen Kindheitserlebnisse auf, und mit ihnen die mehr oder weniger sichtbaren Schrunden, die sie im Leben der Beteiligten hinterlassen haben. Der Romanerstling Tutto ciò che siamo stati («Alles, was wir gewesen sind») befasst sich mit dem Erwachsenwerden und der Sexualität, der Familie und ihren Geheimnissen, Schuld und Unschuld. Er entführt uns in eine verwirrende Stadt, in ein neapolitanisches Quartier, in dem vieles gesagt und vieles verschwiegen wird, zeigt die Oberfläche und die (realen und metaphorischen) Tiefen. So schafft er, auch dank der Dialekt-Einsprengsel, die viele Dialoge prägen, eine geheimnisvolle und berührende Atmosphäre. (mf Übers. rg)