Tutto brucia e annuncia
Von: Matteo Ferretti
- Casagrande, Bellinzona, 2019
Der erste Lyrikband des Tessiners Matteo Ferretti, Tutto brucio e annuncia, bringt die komplexe Realität mit einer Stimme zum Ausdruck, die sich nie in selbstgefälligen Darstellungen von Gedanken oder Gefühlen verliert, sondern sich in ständiger, gespannter Wachheit zeigt. Sie zeugt von Ferretis Vertrautheit im Umgang mit zwei Welten, einer kollektiven, die sich wie eine Hintergrundmusik vernehmen lässt, und einer individuellen. Die verschiedenen Komponenten des Buches führen dabei weder zu Sinnverlust noch zu stilistischen Brüchen. Auch das Zwiegespräch mit den wunderbaren Illustrationen von Marino Neri (schwarz-weiss, als wollten sie das Glühen der Verse mildern) lässt an einen Palimpsest denken, auf dem sich verschiedene Darstellungen der Welt überlagern. (Prisca Agustoni in Viceversa 14, 2020. Übersetzung Ruth Gantert)