Trás-os-Montes

Von: José-Flore Tappy

José-Flore Tappys neunter Lyrikband enthält zwei Teile, die einander kontrastieren und ergänzen. «Avant la nuit» beschreibt eine Frau, die in der entlegenen Gegend Portugals Trás-os-Montes, in der sie seit jeher lebt, von morgens bis abends tätig ist. Ihre Arbeit besteht aus bescheidenen, von alters herrührende Verrichtungen und ordnet die Welt, in der sie lebt. «L’heure blanche» widmet sich dem Weg des lyrischen Ich, in seinem körperlichen Ringen mit der Realität und in seinem Bedürfnis nach Trost. Der formale Aufbau aller Gedichte ist schlicht und stringent: Er lässt den Text atmen und verleiht ihm ein Gleichgewicht zwischen Fragmentierung und Fluss, zwischen Zerrissenheit und wiedergefundener Ruhe. (cg, Übers. rg)

*Vierge peinte aux couleurs décaties presque oubliée sous ces voûtes humides* *elle fixe de son regard triste le vide depuis quels temps lointains quelle région reculée de la mémoire pour qui pleure-t-elle si bas*