Tout passe

Von: Bernard Comment

Die Novellen der Sammlung Tout passe von Bernard Comment (1960 in Porrentruy geboren), stehen alle dank einem subtilen Spiel der Resonanzen miteinander in Beziehung. Obschon sich jede Novelle eigenständig entwickelt, verbindet sie ein Echo aus Anklängen (ein Ort, ein Vorname, ein Charakterzug), und sie skizzieren dabei mehrere Möglichkeiten von parallel verlaufenden Leben. Die Personen, alle in einem gewissen Alter, betrachten ihre Vergangenheit, aus der nur wenige beachtenswerte Bilder aus den alltäglichen Wiederholungen herausragen. Im Angesicht des Todes verweigern viele von ihnen die Verwandschaftsverhältnisse, die sie an Eltern oder an Kinder binden und brechen somit mit ihrer Lebenslinie. Den Gedanken und Assoziationen seiner Figuren folgend, entwickelt der Autor eine musikalische, bewegte Schreibweise, bestehend aus Themen, Variationen und Verwandlungen. Auf den ersten Blick ist Tout passe ein eher nüchternes Buch, es ist jedoch sehr präzis konstruiert und vermag sich in Tiefen zu verzweigen, die den aufmerksamen Leser erstaunen werden. Das Werk wurde soeben von der Jury einstimmig mit dem Prix Goncourt de la nouvelle 2011 ausgezeichnet.

(mr, Übersetzung von ja)

Tout passe

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