Teneber Vid
Von: Sabine Gisin
- Die Brotsuppe, Biel/Bienne, 2019
Sabine Gisin legt mit Teneber Vid ein ebenso beachtliches wie eigenwilliges Romandebüt vor. Die Protagonistin, schlicht «das Mädchen» genannt, macht sich auf in eine namenlose Stadt und erkundet diese zusammen mit «dem Jungen», den sie auf einem Schloss trifft. Es macht erste sexuelle Erfahrungen, sehnt sich nach seiner Familie und ist getrieben von einer unbändigen Neugierde. Teneber Vid ist nicht von Handlung geprägt, vielmehr ist der Text ein Geflecht von präzisen Beobachtungen des Mädchens, das seine Umgebung und seine Erlebnisse beschreibt. Mit einer klaren und doch wunderbar verspielten Sprache, mit einem ebenso kindlichen wie souveränen Blick führt uns das Mädchen in eine ganz eigene, und doch auch immer wieder vertraute Welt. (Martina Keller in Viceversa 14, 2020)