Tanners Erde
Von: Lukas Maisel
- Rowohlt, Hamburg, 2022
Lukas Maisels Novelle lässt die heile Welt eines helvetischen Bauern im Wortsinn einbrechen, in zwei fast unabsehbar tiefen Erdlöchern, die sich plötzlich in «Tanners Erde» öffnen. Das bringt seine Welt zum Einsturz. Eingesperrt in seine Sprachlosigkeit, kann er kaum auf Hilfe rechnen. Er bleibt mit seinem Problem allein. Die gesellschaftskritische Dimension, die der Stoff in Anlehnung an reiche Traditionen der Literatur aus der Schweiz entwickeln könnte, bleibt dabei weitgehend ausgespart. Die Novelle, konsequent und eindringlich in der Ökonomie ihrer gestalterischen und sprachlichen Mittel, verengt sich zum narrativen Trichter. (pu)