Tanners Erde

Von: Lukas Maisel

Lukas Maisels Novelle lässt die heile Welt eines helvetischen Bauern im Wortsinn einbrechen, in zwei fast unabsehbar tiefen Erdlöchern, die sich plötzlich in «Tanners Erde» öffnen. Das bringt seine Welt zum Einsturz. Eingesperrt in seine Sprachlosigkeit, kann er kaum auf Hilfe rechnen. Er bleibt mit seinem Problem allein. Die gesellschaftskritische Dimension, die der Stoff in Anlehnung an reiche Traditionen der Literatur aus der Schweiz entwickeln könnte, bleibt dabei weitgehend ausgespart. Die Novelle, konsequent und eindringlich in der Ökonomie ihrer gestalterischen und sprachlichen Mittel, verengt sich zum narrativen Trichter. (pu)

Ein kleiner Hof im Schweizer Voralpenland. Ein Leben von zeitloser Einfachheit. Doch dann geschieht, was hier noch nie geschah. Dies ist die Geschichte des Bauern Tanner und seiner Frau, die buchstäblich an den Rand ihrer Welt geraten. Ihr Hof mit den paar Kühen wirft gerade genug zum Leben ab. Doch dann tun sich in seinem Land, völlig unerklärlich, zwei riesige, bodenlose Löcher auf. Sind sie Omen, Strafe, Zufall? Tanner will erst keine Hilfe annehmen, er will das Richtige tun und tut deshalb das Falsche. Er muss zusehen, wie sein einfaches, stilles Leben auseinanderfällt. Taghelle Prosa, die an Keller und Kafka erinnert. In präziser und poetischer Sprache erzählt Lukas Maisel von Natur und Gemeinschaft und davon, wie das Unbegreifliche in die Wirklichkeit einbricht – und bleibt. (Rowohlt)

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