Tango per emigranti e vagabondi
Von: Bruno Soldini
- Dadò, Locarno, 2009
Nachdem er in der Erinnerung seine Kindheit und Jugend in der nebelverhangenen Stadt Chiasso der 50er und 60er Jahre zurückverfolgt hat, fährt der Protagonist des Erstlingsromans von Bruno Soldini nach Lateinamerika, um dort viele Kilometer auf sich zu nehmen, um den Spuren der Geschichten der Emigranten zu folgen, die Jahrzehnte zuvor an diesen Ufern auf der Suche nach Arbeit und Glück gestrandet waren. Der Rhythmus und die Sprache dieses einheimischen Tangos beruhen gleichermassen auf Ironie und Betroffenheit, womit es Soldini dank seines wirkungsvollen, geschmeidigen und spielerischen Stils gelingt, die Freuden des Nachempfindens aufschimmern zu lassen.