Suis-je encore vivante?
Von: Grisélidis Réal
- Verticales, Paris, 2009
Grisélidis Réal (1929 - 2005), militante Prostituierte und Genferin, hat einige bemerkenswerte Bücher hinterlassen, vor allem zwei Briefwechsel und einen autobiographischen Roman Le Noir est une couleur (1974). Der Roman erzählt, wie die junge Frau 1960 unter schwierigsten Bedingungen die Schweiz verliess und nach Deutschland gelangte, wo sie sich zu prostituieren begann. Der Roman schliesst mit ihrer Verurteilung wegen Hanfhandels. Das nun vorliegende Gefängnis-Tagebuch schildert ihre sechsmonatige Haft mit einer manchmal verblüffenden Menschlichkeit, und bereits erkennt man, in den Lektüren und in den Beziehungen unter Insassen, die unverkennbare, hautnahe Schreibweise von Grisélidis Réal.