Starkes Ding

Von: Lika Nüssli

Die Graphic Novel von Lika Nüssli hat grosse Dringlichkeit und eine tiefe Sogwirkung. Sie zieht die Lesenden mitten hinein in eines der dunkelsten Kapitel der Schweizer Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts: die Verdingkinder. Lika Nüssli zeichnet und erzählt die Geschichte ihres eigenen Vaters. Gerade mal zwölf Jahre alt wurde er 1949 im Toggenburg an einen fremden Bauern verdingt, wo er für einen Franken pro Tag schuften musste. Gewalt, Missbrauch, aber auch ein leiser Humor und aufblitzende Glücksmomente durchziehen diese Geschichte. Lika Nüssli lehnt sich an die traditionsreiche Senntumsmalerei an und holt so eine vergangene bäuerliche Welt bildstark ins Jetzt. Virtuos verwebt sie Text und Bild zu einer berührenden Erzählung. (cb)

«Inspiriert von der Senntumsmalerei erzählt Lika Nüssli von den jungen Jahren ihres Vaters Ernst als Verdingbub. In einem berührenden Bild- und Figurenkosmos verschmelzen unbeschwerte Kindheitsmomente mit dem harten Alltag und Überlebenskampf der Toggenburger Bauernfamilien und dem im Nachbarland tobenden Krieg. Kleine Pausen voller Glück bringen der Hauptfigur ihre verlorene Jugend und Freiheit zurück.» — Anette Gehrig, Direktorin und Kuratorin, Cartoonmuseum Basel (Edition Moderne)

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