Spuren der Arbeit
Von: Stefan Keller
- Rotpunkt, Zürich, 2020
In Alexandre Friederichs TM bekennt sich der Ich-Erzähler zu seiner Vorliebe für Brachland und die unerwarteten Dinge, die aus ihm erwachsen können. Vor allem aber experimentiert er beim Ausüben niedriger Berufe oder bei verschiedenen Formen der Fortbewegung (Gehen, Laufen oder Radfahren) mit der Auswirkung einer Tätigkeit auf das Denken, das sie begünstigt oder verhindert. Er versucht, seinen Platz auf der Welt zu finden, was ihm schliesslich gelingt, indem er sich den Diktaten und Fallen der Konsumgesellschaft entzieht. Der Widerstand gegen einen Prozess der Entmenschlichung ist auch das Thema des Essais H+, in dem der Autor über zentrale Aspekte der trans- und posthumanistischen Bewegungen nachdenkt. Der Essai nimmt die Fragestellungen der Erzählung TM über die Beziehungen zwischen Materie, Körper und Geist auf, fokussiert diesmal aber auf die Unterschiede zwischen dem menschlichen Denken und der künstlichen Intelligenz, zwischen dem lebenden Organismus und der Maschine. (cg, Übers. rg)