Späte Gäste
Von: Gertrud Leutenegger
- Suhrkamp, Berlin, 2020
An einem klaren Februarabend kehrt die namenlose Ich-Erzählerin aus Gertrud Leuteneggers 2004 erschienenen Roman Pomona zurück in das kleine Dorf an der Grenze zur Lombardei, das sie vor Jahren mit ihrer kleinen Tochter auf der Flucht vor ihrem Lebensgefährten Orion verlassen hat. Denn Orion ist gestorben. Die Erzählerin übernachtet in einer verlassenen Villa am Waldrand, und im Garten tauchen maskierte Schatten auf, denn es ist Fasnacht. Späte Gäste erzählt in hoher symbolischer und mythologischer Dichte von Trauer, Umkehr und Befreiung und ist zugleich auch ein kunstvoll gestaltetes Kammerspiel über Flüchtlinge und Heimatlosigkeit. (jpk)