Sommerschatten

Von: Urs Faes

Der Protagonist dieses Romans, ein älterer Feuilleton-Journalist, ist ein genauer Beobachter und ein Romantiker. Feinfühlig erkundet er die Beziehung zu seiner Partnerin Ina in den Wochen, in denen sie nach einem Tauchunfall im Koma liegt. In Angst um ihr Leben führt er sich in einem langen und genauen Blick zurück ihre Persönlichkeit und ihre Beziehung zueinander vor Augen. Über die Erinnerungen der männlichen Hauptfigur kristallisieren sich im Verlauf des Romans zwei interessante und sehr unterschiedliche Persönlichkeiten heraus. Detaillierte Beobachtungen in Form von Nachrichten und Erinnerungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Diese bewegen sich aber nicht selten in der Region des Kitsches, während die kunstvollen und literarisch sensiblen Beschreibungen an anderen Stellen überzeugen. (vb)

Auf dem Rückweg in seine Rebhütte im Schwarzwald bekommt der Erzähler einen Anruf, der alles verändert: Seine Partnerin Ina ist beim Freitauchen schwer verunglückt. Sie wird ins künstliche Koma versetzt, niemand weiss, ob ihr Gehirn Schaden genommen hat, ob sie je wieder aufwachen wird. In den folgenden Tagen bangt er um ihr Überleben, benachrichtigt er Freunde und Verwandte, erinnert sich an das tastende Kennenlernen, die geteilten Wege und Glücksmomente. Er harrt an Inas Krankenbett aus, spricht zu ihr, liest ihr vor, hofft, sie möge endlich aufwachen, zurückkehren zu ihm. Sein Erzählen ist Notwehr gegen das Gefühl des Verlassenseins, die Angst, sie endgültig zu verlieren. Sommerschatten ist ein einfühlsamer Roman über eine späte Liebe und die Kraft der Erinnerung. Als Brücke zurück in den Alltag, ins Leben. (Suhrkamp Verlag)

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