Sexualité

Von: Lou Lepori, Übersetzung: Lou Lepori

Der zweite Roman von Pierre Lepori, Sessualità, erscheint neben der italienischen Originalversion gleichzeitig auch auf Französisch in der Selbst-Übersetzung des Autors und auf Deutsch in der Übersetzung von Jacqueline Aerne sowie in einer dreisprachigen Ausgabe, in der sich die Sprachen alternieren, je nachdem, welche Figur das Wort ergreift. Die Protagonisten treffen sich nach langjährigem Schweigen: Olivier, der nach einer zerbrochenen Ehe nach Paris geflüchtet ist, hatte damals seine Schwester Laura mit der Aufgabe betraut, seinen Sohn Michele aufzuziehen, den er jetzt nach vielen Jahren wiedersehen möchte. Die Familienbeziehungen beruhen sowohl auf Blutsbande als auch auf einem Verlangen, scheint Lepori damit zu sagen. Und der Roman des Tessiner Autors scheint sich als Geschichte der Körper zu behaupten.

Sexualité
J'essaie de les imaginer : Michele, Laura, Erika. Erika je ne l'ai jamais vue, je ne sais pas comment elle bouge, comment elle parle. Mais Laura, après tant d'années, pourrait être si différente. Le visage de Michele. J'éloigne avec rage cette bouille d'enfant de trois ans qui revient en souriant, opiniâtre venin, avec son odeur de culpabilité.