Seltsame Schleife

Von: Rolf Niederhauser

Der 32-jährige Mathematiker Pit Dörflinger fährt mit dem Auto von Boston nach Texas und nimmt spontan die falsche Abzweigung. Damit verändert sich sein Leben. Über Mexiko gelangt er nach Kolumbien, dort begegnet er einem fremden Land, in dem er an einen wunden Punkt der eigenen Existenz gelangt: Er hat seine Mutter nie gekannt. Die verwirrenden Erfahrungen tippt Dörflinger in sein Notebook, nicht zuletzt auch um sich darüber klar zu werden, wie beschaffen das menschliche Bewusstsein ist. Beinahe zwanzig Jahre Arbeit stecken in Niederhausers fulminantem Roman Seltsame Schleife, der eine Zumutung im besten Sinn ist. (bm)

Seltsame Schleife
Pit Dörflinger, 32, glaubt, dass er einen Menschen getötet hat. Nur verworren allerdings erinnert er sich an die Umstände. Von Cambridge, Massachusetts, aus, wo er am M.I.T. in einem Artificial-Life-Projekt mitarbeitet, das die elementaren Funktionsprinzipien des menschlichen Bewusstseins rekronstruieren soll, hat er sich auf die weite Reise nach Texas gemacht, um mit seiner Freundin und deren Eltern Weihnachten zu feiern. Ein Telefonat wirft ihn aus der Bahn, er landet bei einem Freund in Mexiko, von wo es ihn weiter nach Kolumbien treibt. Dort verliebt er sich in eine Ex-Guerillera, in deren Leben es erstaunliche Parallelen zu seinem eigenen gibt. Unversehens gerät er in den Sog einer Bewusstseinsforschung ganz anderer Art, die ihn zurück in die Kindheit führt und seine Identität immer fragwürdiger erscheinen lässt. Dörflinger muss sich den Fakten stellen. Nur – was sind die Fakten? Mit seinem gross angelegten, kühn konstruierten Roman »Seltsame Schleife«, der auch in seiner Form eigenwillig daherkommt, meldet sich Rolf Niederhauser nach über zwanzig Jahren Schweigen auf beeindruckende Weise zurück. (Buchpräsentation Rotpunktverlag 2014)

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