Seinetwegen

Von: Zora del Buono

Zora del Buono wurde 1962 in Zürich geboren. Mit acht Monaten verlor sie ihren Vater, einen Arzt aus Bari, bei einem Autounfall. Sie studierte Architektur an der ETH Zürich und arbeitete einige Jahre als Architektin und Bauleiterin in Berlin. Nach einem Zweitstudium in Set Design war sie Mitbegründerin von Mare – die Zeitschrift der Meere, deren Kulturressort sie betreut. 2008 erschien ihr Romanerstling Canitz’ Verlangen, zwei Jahre später der Roman Big Sue (2010), beide im Hamburger Mareverlag. Dort veröffentlichte sie auch ihr drittes Buch, den Reisebericht Hundert Tage Amerika. Begegnungen zwischen Neufundland und Key West (2011), der mit dem ITB BuchAward 2012 ausgezeichnet wurde. Ein weiteres literarisches Reisebuch erschien 2015: Das Leben der Mächtigen. Reisen zu alten Bäumen, herausgegeben von Judith Schalansky (Berlin: Matthes & Seitz). Im gleichen Jahr erschien die Novelle Gotthard (München: C.H.Beck, neu aufgelegt bei Diogenes), 2016 folgte Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt (München: C.H.Beck) und 2020 der Roman über die Lebensgeschichte ihrer slowenisch-italienischen Großmutter, Die Marschallin (München: C.H.Beck). 2024 publizierte sie Seinetwegen (C.H-Beck), mit dem die Autorin für den Deutschen Buchpreis nominiert war und den Schweizer Buchpreis gewann. Zora del Buono lebt in Berlin und Zürich. (rg)

Zora del Buono war acht Monate alt, als ihr Vater 1963 bei einem Autounfall starb. Der tote Vater war die grosse Leerstelle der Familie. Mutter und Tochter sprachen kaum über ihn. Wenn die Mutter ihn erwähnte, brach die Tochter mit klopfendem Herzen das Gespräch ab. Sie konnte den Schmerz der Mutter nicht ertragen. Jetzt, inzwischen sechzig geworden, fragt sie sich: Was ist aus dem damals erst 28-jährigen E.T. geworden, der den Unfall verursacht hat? Wie hat er die letzten sechzig Jahre gelebt mit dieser Schuld? *Seinetwegen* ist der Roman einer Recherche: Die Erzählerin macht sich auf die Suche nach E.T., um ihn mit der Geschichte ihrer Familie zu konfrontieren. Ihre Suche führt sie in abgründige Gegenden, in denen sie Antworten findet, die neue Fragen aufwerfen. Was macht es mit ihr, dass sie plötzlich mehr weiss über ihn, den Mann, der ihren Vater totgefahren hat, als über den Vater selbst? Und wie kann man heil werden, wenn eine Leerstelle doch immer bleiben wird? (C. H. Beck)

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