Sedici mesi
Von: Fabio Andina
- Rubbettino, Soveria Mannelli, 2024
In Sedici mesi (Rubbettino, 2024, übersetzt von Karin Diemerling: Sechzehn Monate, Rotpunktverlag, 2025) befasst Fabio Andina sich mit dem Schweigen seines Grossvaters Giuseppe Vaglio, der 1944 von den SS verhaftet wurde, weil er jüdischen und antifaschistischen Flüchtlingen beim Überqueren der Grenze half. Giuseppe sprach nie über die sechzehn Monate der Gefangenschaft. Der Enkel rekonstruiert die Ereignisse, indem er die Stimmen der Zurückgebliebenen (seiner Frau Concetta und der Kinder) mit denjenigen der Abwesenden zu einer fragmentarischen Erzählung verwebt, mit von Leerraum unterbrochenen kurzen Passagen. Die ohne Anführungszeichen wiedergegebenen Dialoge tauchen aus dem kollektiven Gedächtnis auf, versetzt mit Sprichwörtern in Dialekt. Andina gibt einem «Nach-Gedächtnis» Form und verwandelt dabei die Abwesenheit des Erzählens in ein narratives Prinzip. (mf Übers. rg)