Schule der Indienfahrer

Von: Friederike Kretzen

In Schule der Indienfahrer werden nicht nur die im Titel genannten zu Schülern, sondern auch wir Lesende. In 27 «Lektionen» lernen wir mit ihnen in Indien mit Sehnsüchten umzugehen, die sich nie erfüllen lassen und doch lebenserfüllend sind. Aus der Zeit fallen lehrt uns dieser Roman, weil wir uns in ihn vertiefen wie in ein Gedicht. In poetischen und realistisch scharfen Bildern zeigt die Autorin eine Generation, die in den 1950er Jahren geboren wurde, in den 1970er Jahren den Aufstand probte und heute auf einer Indienreise weiterhin das Phantastische, Aufgewühlte und Ungelebte sucht. (dr)

Schule der Indienfahrer
Ein Abend mit Engeln im Wald von Krofdorf, irgendwann in den siebziger Jahren, es schneit, ein Film wird gedreht. So beginnt das Buch, das eine Schule ist. Wer in sie eintritt, um den ist es geschehen. Denn die Schule der Indienfahrer ist wie das Leben – verwirrend, ungewiss und bis zuletzt gefährlich. Indien spielt dabei die Rolle des Monds, jenem trügerischen Verdoppler der Liebe und Sehnsucht. In seinem Licht mischen sich Zeiten, Lieder, Erinnerungen, werden Tänze fortgesetzt, tote Tiere leben auf, die Sterbenden sind da, wollen noch ein bisschen bleiben, die Leichtsinnigen folgen ihren Liedern und so fort. Wunderbar, sich in diesem Wirbel der Zeiten, der Geschichten, der Träume und Täuschungen auf ein Stück Himmelfahrt Richtung Osten mitnehmen zu lassen. So bunt, so grausam, so schön, so entsetzlich. Und immer wieder die Kinder, die von einst, die von heute, die einem ans Herz gehen. (Buchpräsentation Stroemfeld)

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