Sa préférée
Von: Sarah Jollien-Fardel
- Sabine Wespieser, Paris, 2022
Mit ihrem Romandebüt Sa préférée wurde die Walliser Autorin Sara Jollien-Fardel für den französischen Prix Goncourt nominiert (deutsche Übersetzung von Theresa Benkert, Lieblingstochter, Aufbau). Das eindringliche Buch wühlt seine Leserinnen und Leser auf: Die Erzählerin kann einem nur an Herz wachsen und man wünscht ihr, dass sie ihrer von väterlicher Gewalt geprägten Kindheit entkommt. Die Prosa ist nüchtern, unerbittlich, herb. Ohne Voyeurismus zeigt sie, wie die traumatische Erfahrung die Figuren wie ein Strudel immer wieder in ihr Zentrum zieht. Hätte es anders sein können? Der Roman wirft die Frage auf und erweist sich dabei als starkes Plädoyer gegen die Feigheit. (Jury der Studierenden
der Universität Lausanne, »Choix Goncourt de la Suisse 2022«, Übers. rg)