Rosa
Von: Lolvé Tillmanns
- Cousu Mouche, Genève, 2015
Rosa, die ihr Ende nahen fühlt, hat eine Bitte an ihre Tochter und ihre Enkelkinder: Alle sollen ihr Leben erzählen, damit ein kontrastreiches Gesamtbild des Familienschicksals entstehe. Dies ist der Ausgangspunkt für ein historisches Fresko von Genf bis New York, das die Leserschaft in Künstlerkreise, in Finanzwelten und Religionsgemeinschaften führt. Durch diese verschiedenen Milieus gelangt man schliesslich an den Ursprung des Familienleids, in die Konzentrationslager der Shoah. Mag das Erzähldispositiv auch einengend wirken, so erweist sich die junge Genfer Autorin Lolvé Tillmanns in ihrem dritten Roman doch als begabte Porträtistin. Jeder Lebensbericht der verschiedenen Romanfiguren ist ein literarischer Leckerbissen. (mb, Übers. rg)