Pilgerreise
Von: Michael Stauffer
- Voland & Quist, Dresden, 2012
Ein Held geht auf Pilgerschaft, um den Kopf auszulüften und die Triebe zu reinigen. In seinem bisher umfangreichsten Roman _Pilgerreise_ erweitert Michael Stauffer sein literarisches Format. Die milde Persiflage auf den Selbstfindungskult kontrastiert mit Schilderungen aus dem Elternhaus des Helden, die für Stauffers Verhältnisse erstaunlich ernsthaft erzählt sind. Gerade diese Passagen überraschen mit ihrer Prägnanz, während die Flunkereien oft flapsig und tapsig daherkommen. Unter diesem Aspekt eröffnet _Pilgerreise_ womöglich den Ausweg in ein neues literarisches Feld. (_bm_)