Partita
Von: Gertrud Leutenegger
- Nimbus, Wädenswil, 2022
Gertrud Leuteneggers Aufzeichnungen haben ihr literarisches Schreiben seit Mitte der 1970er-Jahre begleitet. Als eine Folge von Variationen werfen sie ein Licht auf den Schreibprozess und die Frage, welche Erkenntnisse das literarische Schreiben ihr ermöglicht. Das Verhältnis von schreibendem Ich, Figuren, Zeit und Raum, das sich herauskristallisiert, ist ein unscharfes, oszillierendes. Dabei scheint sie sich bei allen Unsicherheiten, bei allem Schmerzhaften und Schwierigen in einer letztlich sinnvollen Welt aufgehoben zu wissen, in der Erkenntnisse möglich sind. Die Autorin vergleicht ihre Notate mit einem seiltänzerischen Akt und mit einem Verbrennen an der Grenze des Sagbaren, über das die poetische Sprache hinauszuweisen vermag. (vb)