Panischer Frühling

Von: Gertrud Leutenegger

Eine Frau erlebt den Frühling in London und macht eine überraschende Bekanntschaft. Sie wird von einem Zeitungsverkäufer auf der London Bridge angesprochen. Behutsam entwickelt sich zwischen ihnen eine Vertrautheit, die darauf gründet, dass sie sich Erinnerungen aus der Kindheit erzählen. Doch in die beglückenden Gefühle mischt sich auch Wehmut. Der Himmel über der Stadt ist ruhig, weil ein Vulkan seine Asche regnen lässt und den Flugverkehr zum Erliegen bringt. Gertrud Leuteneggers Londoner Buch Panischer Frühling signalisiert im Titel das Wechselspiel von sinnlicher Offenheit und Vergänglichkeit. (bm)

Panischer Frühling
Ein Vulkanausbruch auf Island legt den europäischen Luftverkehr lahm, Zehntausende Menschen stranden an den Flughäfen. Während die Bilder der Aschewolke um die Welt gehen, steht über der Themse ein strahlend blauer Frühlingshimmel. Die Stadt wirkt wie abgeschnitten vom Rest der Welt. Auf der London Bridge begegnet die Erzählerin einem jungen Mann mit einem Feuermal im Gesicht. Jonathan verkauft die Obdachlosenzeitung. Er ist von der Südküste hierher geflüchtet, wo das Meer sich nimmt, was ihm nicht zusteht. Die beiden sind einander eigenartig vertraut. Sie teilen Verletzungen – den frühen Verlust des Vaters – und Hoffnungen, und allmählich, mit jedem Treffen ein wenig mehr, gehen die vergessenen Geheimnisse des einen in den anderen über. Dann aber verschwindet Jonathan ebenso plötzlich, wie sie einander begegnet sind, die Flugzeuge kehren zurück. Als der Frühling sich seinem Ende nähert, macht die Erzählerin sich auf die Suche, nach Jonathan, nach sich selbst. (Buchpräsentation Suhrkamp Verlag)

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