Panique printanière
Von: Gertrud Leutenegger, Übersetzung: Lionel Felchlin
- Zoé, Carouge-Genève, 2017
Gertrud Leuteneggers letzter Roman (Panischer Frühling, Berlin, Suhrkamp, 2014) erscheint in diesen Tagen in einer sehr sensiblen Übersetzung von Lionel Felchlin unter dem Titel Panique printanière beim Genfer Verlag Zoé. Gegenstand der Erzählung (sofern man überhaupt einen solchen nennen kann) ist die Grossstadt und all das, was ein Schmelztiegel wie London seinen Flaneuren offenbart: ein (anscheinendes) Sammelsurium aufeinandertreffender Geschichten, die sich wechselseitig beeinflussen und durchdringen. Da ist zum einen die der Erzählerin, deren Flanerie u.a. Erinnerungen an ihre Kindheit in einer ländlichen, katholischen Innerschweiz aufleben lässt; zum anderen die zum Anfang nur spärlich zum Ausdruck kommenden Erinnerungen eines Obdachlosen aus Cornwall.
Im Interview spricht der Übersetzer über seinen Umgang mit dieser Prosa, deren Rhythmus sich mit demjenigen der Ebbe und Flut an der Themse, der eigentlichen Heldin des Buches, vergleichen lässt. (rw)