Où va se terrer la lumière

Von: Mary-Laure Zoss

Der dritte Gedichtband von Mary-Laure Zoss thematisiert erneut einen stummen Kampf. _Où va se terrer la lumière _steht in der Kontinuität ihrer poetischen Prosa – die wie Gravierungen aussieht, da die Abschnitte ohne Grossbuchstaben beginnen und ohne Punkt enden – und knüpft dabei an die in den vorhergehenden Werken erprobten Formen an ( _Le Noir du ciel, _2007 – Prix Ramuz Poésie 2007 ; Entre chien et loup jetés, 2008). Die äusserst geraffte Form pendelt zwischen einem Nachfragen ohne Gegenüber und einem Feststellen ohne Echo. Ist diese ausdrucksvolle Spannung nicht etwa der Kampf selbst, dasjenige, was im Innersten des Textes sitzt, jene Prosa, die im Labyrinth der Welt wie eine Fackel umherwandelt und somit Zeilen, Sinnspuren hinterlässt, in einer der Verlassenheit verwandten Dunkelheit ? An und für sich ist die Poesie von Mary-Laure Zoss orientierungslos, doch sie verliert sich nicht. Ganz im Gegenteil, diese oft zornige Suche nach dem «Elan des Lebens», dieses Sichsehnen nach der Stimme des anderen, der beharrlich umkreisten Andersartigkeit, mit der kein Dialog besteht, webt am Rande des Textes eine Erwartungshaltung, welche das Entsetzen umstürzt. Dank dieser Arbeit am Grund, am Erdboden, durch die feinsten Bewegungen der Landschaft, bleiben die Wörter nicht ohne Nachgeborene. (cc, Übersetzung von ja)

Où va se terrer la lumière