Orpheline
Von: Claire Genoux
- Bernard Campiche, Orbe, 2016
Orpheline [Waise], beim Tod der Mutter verfasst, ist ein Buch der Trauer. Claire Genoux veröffentlicht einen schmerzvollen Band, in dem sie sich einer Art objektiven Beschreibung unterzieht. Auf eine wie es scheint sehr wörtliche Art schildert sie die üblichen Verrichtungen und alltäglichen Gedanken einer Frau, die mit dem Tod derjenigen konfrontiert ist, der sie ihre Geburt verdankt. So lässt sie auch die langsame Zerstörung des Körpers spüren, der Hoffnung, der möglichen Beziehung. Obwohl sie sich einer bildhaften Sprache verweigert, nehmen einige Bilder Gestalt an, und überzeugen in ihrer Schlichtheit, die den Versen Kraft gibt und die berührt. Der Tod, ein ungebetener Gast, ist dem Leben so nah, dass er sich darin verstrickt – er ist nicht mehr wegzudenken aus dem Werk der Dichterin, denn «schreiben, das liegt am Körper». (fd, Übers. rg)