Nues dans un verre d'eau

Von: Fanny Wobmann

Der zweite Roman der Autorin aus La Chaux-de-Fonds überzeugt mit seiner Bescheidenheit und Finesse. Er zeigt die Beziehung der jungen Ich-Erzählerin Laura, die ihre Schwangerschaft streng geheim hält, und ihrer Grossmutter, die in einem Spitalbett in La Chaux-de-Fonds langsam entschläft. In zwei sehr verschiedenen Lebenslagen mit sich alleine, «wir, Verlassene dieser Erde», wie der Titel des ersten Kapitels heisst, leisten Grossmutter und Enkelin einander Gesellschaft, vertrauen sich ein wenig an, bewegen sich tastend weiter, schenken sich manchmal ein Geheimnis. Die Autorin hat offensichtlich das Talent, sich Zeit zu nehmen – Zeit, ehrlich zu erzählen und die Geschichten der einen und anderen anzuhören, die flüsternd angedeutet werden. Kein Wort ist zu viel. Auch das Schweigen und die Auslassungen haben ihre Melodie.  (ej, Übers. rg)

Nues dans un verre d'eau
Laura passe ses journées avec sa grand-mère hospitalisée, dont les crises de démence s'aggravent. Profitant des rémissions, elle lui raconte son récent séjour en Angleterre, lui parle de l'homme qu'elle a rencontré sur la plage et lui confie qu'elle est enceinte. Les deux femmes se retrouvent nues, l'une face à la mort, l'autre face à cette vie qui pousse en elle sans qu'elle l'ait souhaité. (Présentation du livre, éditions Flammarion)