Noch ein Leben für John Potocki

Von: Felix Philipp Ingold

«Alles Lug und Trug. Alles klar. Alles wahr.» Felix Philipp Ingolds «Noch ein Leben für John Potocki» erzählt die Biographie einer schillernden abenteuerlichen Figur als Computer-Game. In einer virtuellen Umgebung werden Etappen aus dem Leben von Jan Nepomuk Potocki (1761-1815) in neuem Licht plastisch entfaltet. Die derart heraufbeschworene historische Epoche bleibt jedoch ein künstliches Gebilde, denn das Wissen ist gänzlich abhängig von unserer (modernen) Optik. Ingolds Versuch im digitalen Setting ist reizvoll angelegt, leidet aber darunter, dass der virtuelle Kunstgriff narrativ wie technisch nicht restlos konsistent ist. (bm)

Noch ein Leben für John Potocki
Jan Nepomucem Graf Potocki (1761–1815) galt zu Lebzeiten als einer der reichsten Männer Europas. Er bereiste die ganze Welt und hinterließ einen Meilenstein der europäischen Literaturgeschichte, ›Die Handschrift von Saragossa‹. Felix Philipp Ingold folgt den Spuren des legendenumrankten polnischen Adligen und nähert sich spielerisch, verspielt, spielend seiner Biografie. Malta, London, Afrika, Asien, Petersburg, Begegnungen mit Schachautomaten, einem sprechenden Affen, rauschende Feste, wo immer er auftritt – und ein Lebensende, das sich auf mehrerlei Arten ereignet haben könnte. In jedem Fall: Ein Leben, das zum Roman geworden ist. (Klappetext Matthes & Seitz)

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