Nee die Ideen

Von: Felix Philipp Ingold

Im Werk von Felix Philipp Ingold lebt die klassische Moderne weiter. Das bezeugen seine jüngsten Bücher, zum einen der Gedichtband Nee die Ideen, zum andern die Tagesberichte in Leben & Werk. Sie könnten nicht gegensätzlicher sein. Verdichtet Ingold dort die Sprache auf Verse, die vereinzelt auf weissen Seiten stehen, packt er hier seine Aufzeichnungen, Träume und Versuche in dichte, absatzlose Blöcke. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten. Ingold ist in Poesie und Urteil ein überzeugter Geistesverwandter der Ästhetiken und Avantgarden von Mallarmé bis Oulipo. Seine Poesie ist vielschichtig und spielerisch, seine Urteile fallen strikt und entschieden aus. (bm)

Nee die Ideen
Die Fermate ist ein Ruhezeichen, ein Aushaltezeichen, sie zeigt das Innehalten in der Bewegung an. Aus der Musik stammend, verwendet Felix Philipp Ingold sie für die Sprache, seine ›Pataphysische Fermaten‹ gliedern Sätze, stellen Abstand oder Nähe, Beziehung oder Kontrast her. ›Nee die Ideen‹ zeigt aufs Schönste, dass man Gedichte nicht mit Ideen sondern mit Worten macht. Zum Gedicht werden Ideen erst durch die Worte, denen Ingold wie kein zweiter auf den Grund geht, ihnen nachspürt und sie in all ihren Facetten aufblitzen lässt. (Buchpräsentation Matthes & Seitz 2014)

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