Nach Ohio

Von: Benedikt Meyer

Ein Enkel begibt sich auf die Spuren seiner Urgrossmutter Stephanie Cordelier, die als 19-jährige Frau nach Amerika, «nach Ohio» ausgewandert ist. Eine Kassette mit dem Radiointerview der 91-jährigen ist der Auslöser für eine ausgedehnte Recherche. Der Ich-Erzähler fährt selbst nach Amerika, um die Schauplätze zu besuchen. So wird die Erzählung über Stephanies Leben auf dem fernen Kontinent durchbrochen von Rechercheberichten. Während Nach Ohio als literarischer Text bisweilen konstruiert und sprachlich zu wenig ausgefeilt ist, liest er sich als genau gezeichnetes Porträt einer faszinierenden Frau und als interessantes Zeitzeugnis. (mk)

1891 wandert die erst 19-jährige Stephanie Cordelier aus der Region Basel in die USA aus. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend – die Mutter ernährt als Wäscherin die Familie, der Vater ist Alkoholiker – erhofft sie sich in der Neuen Welt ein besseres Leben. In Ohio lernt sie in der aufstrebenden Kleinstadt Defiance den amerikanischen Alltag kennen. Sie wird Dienstmädchen bei einer Ärztefamilie, beginnt, sich heimisch zu fühlen, und ist stolz, ihrer Mutter regelmässig Geld schicken zu können. Dann wendet sich das Schicksal gegen sie. Doch Stephanie hat gelernt zu kämpfen. 125 Jahre später beschliesst ihr in Bern lebender Urenkel, ihrer Geschichte nachzugehen. Mit einem Containerschiff reist er über den Atlantik und mit dem Fahrrad nach Ohio, um vor Ort herauszufinden, was Stephanie Cordelier wirklich erlebt hat. (Buchpräsentation Zytglogge Verlag)

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